| Dank Pentax-Hamburg durfte ich mir für 3 Tage eine Pentax Optio A30 ausleihen.
Die Optio A30 ist seit März 2007 auf dem Markt und trumpft mit 10 Megapixel und der
Verwacklungsminderung "Shake Reduction" auf. Auch dem Trend zu hoher Empfindlichkeit folgt
die Optio A30 und ermöglicht Einstellungen bis ISO 1600 oder -
bei 5 MPix in der "Blur Reduction"-Betriebsart - sogar ISO 3200.
Als Bildsensor kommt - wie schon in der Optio A20 -
ein CCD-Bayer-Chip mit der Größe 1/1.8 Zoll zum Einsatz .
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Die Optio A30 ist ohne Frage klein: 89,5 mm breit; 57,5 mm hoch und 23,5 mm dick (zum Vergleich die Daten der Optio S7: 85,5 mm x 53,5mm x 19,5 mm). Die geringen Ausmaße sind Vorteil und Nachteil zugleich. Wer sich dafür entscheidet, sieht wohl eher die Vorteile ;-) Das Gewicht beträgt 150g (inklusive Akku und SD-Karte)
Ich bin mit der Kleinheit der Kamera gut zurecht gekommen, ja ich habe sie genossen, und auch das Bedienkonzept bereitete mir keine Schwierigkeiten: Es ist in sich logisch und war für mich ohne Verwendung der Bedienungsanleitung zu erschließen - auch wenn mir so sicherlich die eine oder andere Spezialfunktion verborgen blieb. Die Tasten sind gut gestaltet und wirken (wie die ganze Kamera) wertig und zuverlässig.
Das Objektiv ist ein Dreifachzoom mit Brennweiten von 7,9 mm bis 23,7 mm (dem entspricht im Kleinbildformat ein Zoom von 38 mm bis 114 mm). Die größte Blende ist 2,8 am kurzen und 5,4 am langen Ende des Brennweitenbereichs. Das Zoom besteht aus 7 SMC-vergüteten Elementen in 5 Gruppen, wobei insgesamt fünf asphärische Flächen eingesetzt werden.
Hier wird die Kamera systembedingt keine Tests gewinnen: Schaltet man die Kamera ein, entfaltet sich erst einmal das Objektiv, was fast 2 Sekunden dauert. Und vor dem Auslösen kommt das automatische oder manuelle Scharfstellen - es sei denn, man wählt die Panfokus-Einstellung! Da ich den AF gewohnheitsmäßig auf das Hauptobjekt vorfokussieren lasse und erst auslöse, wenn der Fokus gefunden ist, hat mich die halbe Sekunde Fokussierzeit nicht gestört: Die reine Auslösezeit (angeblich nur 0,02 s) war für mich kurz genug. In einer Beziehung war mir die Kamera sogar zu schnell: Das Zoomen geht so fix, dass es schon Fingerspitzengefühl braucht, um den gewünschten Bildwinkel exakt einzustellen.
Hier habe ich absolut gar nichts zu meckern: Die Kamera belichtet und fokussiert genau und zuverlässig.
Tonnenförmige Verzeichnung fiel mir vor allem in der Kombination kurze Brennweite + geringe Entfernung auf. Eine systematische Untersuchung habe ich leider versäumt.
Bei reichlich Licht zeigt die Optio A30 die Leistungsfähigkeit des Bildsensors und des Objektivs, insbesondere einen erstaunlichen Dateilreichtum in der Bildmitte. Zu den Bildecken hin fällt die Leistung naturgemäß etwas ab. Bei sehr kontrastreichen Hell-Dunkel-Übergängen treten moderate Farbsäume auf. Schwierig wird die Verwendung der Kamera, wenn Sonne auf ihren Bildschirm fällt: Bei direkter Sonneneinstrahlung ist auf dem Bildschirm nicht mehr viel zu erkennen und die Bildgestaltung wird zum Ratespiel. Da höre ich den Sucher meiner *ist D lachen und meine LX lästert "Darfs ein Lichtschacht sein?" ;-)
ISO 200 empfinde ich bei dieser Kamera als die Grenze, bis zu der man die Empfindlichkeit erhöhen kann, ohne dass Farbrauschen zu sehr in Erscheinung tritt. Hier ein Bildbeispiel bei ISO200, bei dem es allerdings auch möglich gewesen wäre, bei der Grundempfindlichkeit ISO 64 zu arbeiten.
Bei wenig Licht trumpft die A30 mit ihrer Verwacklungsminderung "Shake Reduction" auf. Wählt man jedoch die Einstellung "Auto ISO", so wird die Kamera eher den ISO-Wert erhöhen als die Belichtungszeit über die "normale" verwacklungssichere Grenze zu treiben - so soll Bewegungsunschärfe der fotografierten Objekte vermieden werden. Wer will, kann ja manuell eine geringere Empfindlichkeit einstellen und so die Verwacklungsminderung "fordern". Bei sehr wenig Licht kommen Verwacklungsminderung und hohe Empfindlichkeit zugleich zum Einsatz. So können sogar Nachtszenen ohne Stativ bewältigt werden. Ohne deutlich sichtbares Rauschen vor allem in den dunklen Bildpartien geht das aber nicht, wobei zugleich die kamerainterne Rauschunterdrückung manches Detail wegglättet. Dennoch sind die Bildergebnisse bei ISO 400 und darüber durchaus ansehenlich, um so mehr, wenn man Bilder nicht in der 100%-Ansicht sondern verkleinert oder ausbelichtet betrachtet. Alternativ wählt man gleich die Betriebsart "Blur Reduction", in der bei Empfindlichkeiten bis ISO 3200 Bilddateien mit nur 5 Megapixel erzeugt werden. Noch etwas möchte ich kritisch anmerken: Das orangefarbene AF-Messlicht raubt leider manchem Fotografierten die Unbefangenheit. Geht es nicht unauffälliger infrarot ?
Die kleine Optio A30 hat mir wirklich Freude gemacht. Ich finde die Bildergebnisse durchaus beeindruckend, besonders, wenn man sie an der Größe der Kamera misst. Gibt es genügend Licht, um bei ISO 64 oder ISO 100 belichten zu können (was dank Verwacklungsminderung länger möglich ist als bei anderen Kameras), erhält man ausgewogene, kontrast- und detailreiche Bildergebnisse. Auch die Bildergebnisse bei ISO 200 sind durchaus ansehnlich. Ab ISO 400 sind in der 100%-Ansicht Rauschen und Detailverlust nicht mehr zu übersehen - aber bei 10 MPix gibt es Reserven, so dass das verkleinerte oder ausbelichtete Bild sogar bei ISO 1600 durchaus noch verwendbar ist. Die Kamera wieder abgeben zu müssen tat mir wirklich leid. Allerdings bin ich persönlich noch nicht überzeugt, dass diese Wunderwerk der Optik, Feinmechanik und Mikroelektronik die optimale Familienkamera für meine Familie mit zwei kleinen Kindern wäre. Vermutlich wäre für uns Starks eine robuste, wasser- und staubdichte Optio W-Kamera die bessere Wahl? Wenn es bald ein Pentax-W-Modell mit Verwacklungsminderung und 1/1.8 Zoll großem Bildsensor gäbe, dann sicher ;-) |